… ob es einfacher wäre, wenn ich so ein kleines dummes Blondinchen wäre (nichts gegen die Blodinen unter euch, doch das Vorurteil herrscht nach wie vor in der gesamten Gesellschaft vor, schuld sind die Erfinder der Barbiepuppe, ohne Sinn und Verstand). Männer stehen nachweislich eher auf blonde und zierliche Frauen. Wieso? Weil sie da ihren Beschützerinstinkt ausleben können, ich weiß es nicht doch nehme es an. Als ich damals eine Unterhaltung mit einem Bekannten hatte und er sich beschwerte, da er keine Freundin hatte, sagte er folgenden Satz: „Ich will einfach nur ne Freundin. Sie muss nicht mal sonderlich intelligent sein, hauptsache sie schaut gut aus. Einfach nur was schönes fürs Auge und etwas das gut aussieht neben mir…“. Ich konnte mich damals einfach nicht zusammenreißen, denn meine Entrüstung über solche Oberflächlichkeit raubte mir einfach nur den Atem. Er hielt sich für den größten, gab sich in Gesellschaft von anderen immer als der größte Macker schlechthin. „Ich kann am längsten, ich hab den längsten, ich bin einfach nur das Beste was du kriegen kannst!“, in meinen Augen arm dran der Kerl, denn zutreffend war keine seiner Aussagen. Mir gegenüber jammerte er tagtäglich über seine mangelnde Wirkung bei Frauen, das sein ganzes Leben sinnlox wäre und er es doch am liebsten beenden sollte. Nach geschätzten 200 gleich verlaufenden Gesprächsverläufen dachte ich mir: „Na dann machs doch und spuck nicht nur große Töne, ein Verlust für die Menschheit wäre es nicht. Wenn du doch augenscheinlich genug vom deinem armseeligen Leben hast, bitte.“. Ich weiß, klingt hart. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass er wirklich ein gespaltenes Verhältnis zwischen gutem Geschmack und völliger Geschmacksverirrung hatte. Sein einziger Lebensinhalt war es, sich seinen Oberflächlichkeiten hinzugeben. Den Mumm sich umzubringen hätte er eh nie gehabt, soviel war mir klar. Große Klappe haben, bisschen Aufmerksamkeit bekommen und auf Opfer des ach so harten Lebens machen. Das konnte er gut. Leider stieß er da bei mir bald auf taube Ohren und knallharte Ehrlichkeit, damit kam er absehbarerweise nicht zurecht. Das Ego war angekratzt. Er ist das beste Beispiel für die Denkweise der meisten jungen Männer. Sie machen sich mehr Gedanken darum, was ihre Umwelt für eine Meinung über sie haben könnte, als wirkliche Werte zu verfolgen. Ich bin keine Schönheit und ich bin ganz sicher kein kleines Püppchen. Manche von euch mögen sagen, ich würde mich nur so aufregen weil ich eben nicht dem neuzeitigen Schönheitsideal entspreche. Weit gefehlt. Ich bin stolz auf das was ich bin. Ich bin nicht dumm, ich kann von mir behaupten einen gewissen Bildungsstand zu haben. Ich kämpfe dafür das zu erreichen was ich möchte, auch wenn ich den letzten Funken Kraft investiere. Andere mögen auf Grund ihres Aussehens Vorteile in der heutigen Gesellschaft haben, weil sie immer wieder die oberflächliche und auf Äußerlichkeit fixierte Denkweise ansprechen, doch kann man darauf wirklich stolz sein?! Ich könnte es nicht. Wieso sollte ich mich auch damit zufrieden geben. Ich will respektiert werden und geachtet werden und ja, ich will Anerkennung für das was ich leiste. Nicht dafür, dass ich einmal im Monat zum Friseur gehe und meine Nägel immer toll manikürt sind, ich top Markenklamotten trage und den größten Teil meiner Freizeit vorm Spiegel verbringe, sondern dafür das ich Engagement zeige und mich voll und ganz in eine Sache hängen kann egal ob sie Erfolg verspricht oder nicht. Das schmeichelhafteste Kompliment bekam ich Anfang letzten Jahres von meiner damaligen Mentorin im Praktikum. Nach einer recht persönlichen Unterhaltung sagte sie anerkennend zu mir: „Mensch Heike, du bist mit deinen 19 Jahren weiter als ich es mit 40 war. Die Erkenntnisse die du jetzt schon sammelst, habe ich bis heute nicht klar vor Augen.“. Es ging in der Unterhaltung darum, dass ich keine Lust mehr hatte, mich in irgendeine Rolle pressen zu lassen. Weil ich 1.82 m groß bin und von kräftiger Statur, erwarteten (und erwarten) die meisten Menschen von mir, dass ich immer stark bin. Der Fels in der Brandung, der notfalls alle anderen auffängt und ihnen Kraft gibt. Sicher kann ich das, doch es gibt auch Momente in denen ich sensibel und schwach bin. Meist im Stillen und weit ab von den Augen meiner Mitmenschen, doch auch ich habe Gefühle und davon sogar jede Menge. Erst ein besonderer Mensch hat mir damals gezeigt, dass ich diese auch zeigen kann. Danke dir dafür! Mittlerweile bin ich der Meinung: „Entweder ihr akzeptiert mich so wie ich bin und das in allen Facetten, oder ihr lasst es. Wenn dem nicht so sein sollte, dann behelligt mich nicht mit eurer Meinung oder euren dummen hirnlosen Kommentaren. Ich bin was ich bin und darauf kann ich verdammt nochmal mehr als stolz sein. Thats it! Cause we can!“
PS: Ja ich habe wieder mal in betrunkenen Zustand einen Post geschrieben!