Die See ist stürmisch heut Nacht
Die Wellen überschlagen sich – bäumen sich auf wie Ungeheuer
Brechen an den todverheißenden Klippen
Vereinzelt kann man schemenhaft Boote erkennen
Wie verlorene Seelen treiben sie dahin
Auf dem Ozean schwarz wie der gierige Rabe
Regen peitscht in die Gesichter der hilflosen Seemänner
Gewissheit steht ihnen in die Augen geschrieben
Retten können sie sich nicht aus eigener Kraft
Der scheinbar verlassene Leuchtturm steht da auf jener Landzunge
Sein Lichtstrahl kann die Wassermassen kaum durchbrechen
Wird verschluckt von der Dunkelheit
Einer steht einsam an der Küste
Der Wind zerrt an seinen zerschlissenen Lumpen
Er sucht etwas in den Weiten das für immer verloren ist
Seine Liebe wurde ihm genommen
Ist mit einem der Boote auf Grund gelaufen
Hinab gesunken in die Tiefen einer unbekannten Welt
Haie kreisen um den Leib des Mädchens und Sirenen streiten um sie
Ein letzter Funke Leben ist in ihren Augen noch erkennbar
Stumme Schreie entfliehen ihren blutroten Lippen
Sein Herz schlägt in ihrer Brust
Der Einsame hört es auch aus den Tiefen des Meeres flehen
Stürzt sich in die tosenden Gewässer – wird vom Strom zu ihr getragen
Hand in Hand und ohne Furcht verharren sie
Wissen um ihr nahes Ende in der Unendlichkeit des Ozeans
Es ist nicht von Bedeutung, denn vereint sind sie bis zur Ewigkeit
Gemeinsam gegen den Sturm.